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CFA-aktuell 188 // November 2006

CFA-Leiter Rumänien: Samuel Tutac

1966 wurde ich in eine christliche Familie hineingeboren und bin im Westen des Landes aufgewachsen. Im letzten Jahr der «high school» habe ich mich persönlich für Jesus Christus entschieden und es auch öffentlich bezeugt. Ich habe dann Theologie und Psychologie studiert und wurde 1993 zum Pastor ordiniert.
1989 habe ich Simona geheiratet und der Herr hat uns drei Knaben geschenkt: Paul, Raoul und Flavius. Seit 1992 arbeite ich im Gemeindedienst der ersten Baptistengemeinde in Timisoara in den Bereichen Jugend und Mission. Dadurch führte mich der Herr nach Moldawien, Ukraine, Serbien, Bulgarien und auch zur rumänischen Jugend im Westen. Vor vier Jahren, während einer «Missionsreise» in Serbien, begegnete ich Avram Dega und hörte zum ersten Mal von der systematischen Schriftenmission und von CFA in der Schweiz. Ich wurde sehr angesprochen und mir wurde klar, diese «besondere Mission» sollten wir in Rumänien auch haben! Avram leitete «meine Vision» weiter an Christus für alle, die für Osteuropa beten und im Auftrag Gottes schon in einigen Ländern eine Schriftenmission angefangen haben. Im Dezember 2003 begegnete ich Daniel Blaser in Deutschland anlässlich von Mission’04 – ohne es bewusst geplant zu haben. Jesus, der souveräne Herr der Mission brachte die beiden Männer mit der gleichen Vision – allen Menschen in Rumänien die frohe Botschaft zu bringen – zusammen. Nach einer Wartezeit, in der Gott den grossen Auftrag bestätigt hat, treffen wir uns wieder und die konkreten Vorbereitungen beginnen. Freunde werden informiert und für das grosse Ziel gewonnen, eine Verteilschrift wird entworfen und sieben Lektionen eines Bibelkurses entstehen.

Der Leiter mit seiner Famile: Samuel und Simona Tutac mit Paul, Raoul und Flavius

Seit dem 1. September gibt es nun «Cristos pentru toti» (Christus für alle) in Rumänien und die ersten Schriften sind schon von Haus zu Haus verteilt worden! Unser Ziel ist es, in zehn Jahren alle Familien im ganzen Land erreicht zu haben. Es ist eine grosse und schwierige, aber nicht unmögliche Aufgabe. Beten Sie mit uns dafür, dass Gott Pastoren, Gemeinden und viele Verteiler motiviert, damit wir das grosse Ziel gemeinsam erreichen.
Samuel Tutac

Die tragische Vergangenheit

Fläche des ganzen Landes

237’500 qkm

Bevölkerung

ca. 23 Mio.

Sprachen:

Rumänisch

85,1 %

Ungarisch

7,1 %

Roma (Zigeuner)

5,4 %

Türkisch

0,8 %

Deutsch

0,5 %

Religionen:

Christen (orthodoxe/evang.)

87,8 %

Davon Evangelikale

ca. 3,2 %

Nicht Religiöse

11,1 %

Muslime

1%

Juden

0,04 %


Die Last der tragischen Vergangenheit liegt schwer auf Rumänien. Das moralische Vakuum, das der Ceausescu-Kommunismus zurückgelassen hat, wurde durch jede Art von sozialem Übel gefüllt: Drogenmissbrauch, Prostitution, Korruption und Gewaltdelikte nehmen ständig zu. Rumänien hat auch weltweit eine der höchsten Abtreibungsraten. Mit der Freiheit kam für einige wenige auch der Wohlstand, aber für die grosse Mehrheit eine bedrückende Armut. Die meisten müssen ihr ganzes Einkommen für Lebensmittel ausgeben.

Die Religionsfreiheit ist ein wertvolles, aber sehr bedrohtes Recht. Die Regierung hat auf Drängen einiger orthodoxer Leiter Einschränkungen für die Registrierung und die Aktivitäten der andern religiösen Gruppen angeordnet. Einige Gruppierungen reagieren auf das, was sie für einen «protestantischen Diebstahl der Gläubigen» halten, mit gewaltsamen Aktionen gegen evangelistische Einsätze. Millionen Rumänen sind als «Christen» aufgewachsen, ohne das Evangelium je gehört zu haben! Nur 2–4 % der «orthodoxen Gläubigen» sind mit Ernst dabei.
Die Armee des Herrn ist eine bemerkenswerte inoffizielle Erneuerungsbewegung innerhalb der orthodoxen Kirche mit über 300’000 bekehrten Anhängern und vielen Freunden. Sie wurde in der Vergangenheit von den Kommunisten und der orthodoxen Hierarchie hart verfolgt. Vor kurzem entschied die orthodoxe Kirche, dass diese Bewegung in der Kirche willkommen geheissen werden sollte. Wir beten dafür, dass diese Gläubigen innerhalb der orthodoxen Kirche viele Namenchristen für Jesus Christus gewinnen können.
Die christlichen Gemeinden haben sich in den Jahren seit dem Sturz der Kommunisten gut entwickelt. Allerdings war der Übergang von harter Verfolgung und Einschränkung zur Freiheit nicht einfach. Die Leiterschaft braucht Flexibilität und Weisheit, damit «Paragraphenreiterei und Isolationismus» überwunden werden. Es braucht geistliche Disziplin und eine kompromisslose Hingabe.
Ethnische Spannungen beeinflussen auch die Christen. Die vergifteten Beziehungen zwischen den Rumänen und den Ungaren sowie das Hinwegsehen über die schändliche Behandlung der Zigeuner benötigen das Kreuz von Jesus Christus, um alle diese Brüche zu heilen.
Der aus dem Westen importierte Materialismus hat der Geistlichkeit geschadet. Die Menschen aus dem Westen lassen einen Mangel an Weisheit erkennen indem sie Teilung und Eifersucht mit ihren Hilfsgütern verursachen. Die tiefe Ernsthaftigkeit in den Gemeinden mit langen Leidensgeschichten geriet in Konflikt, als einige Missionsgesellschaften ihre westlichen Werte mitbrachten. Wir beten dafür, dass die Hilfe von ausserhalb mit einer demütigen Haltung angeboten wird und den Gemeinden wirklich dient.
Die rumänische evangelische Allianz wurde 1991 gegründet. Sie bringt die grossen evangelischen Kirchen und die vielen unabhängigen Denominationen und Gemeinden zusammen. Die Evangelikalen leiden unter dem Mangel an Einheit und Zusammenarbeit zwischen den Denominationen und Missionswerken. Biblische Ausbildung für jetzige und zukünftige Leiter ist dringend nötig. Es gibt eine christliche Universität, Bibelschulen und Seminare, dafür danken wir.
Die jüngere Generation leidet am meisten unter den Narben, die der Kommunismus hinterlassen hat. Es braucht dringend gläubige Lehrer, die die christlichen Werte lehren und leben. Christliche Freizeiten haben sich als eine sehr fruchtbare Arbeit erwiesen. Die grösste Not sind die Hunderttausende von Waisenund Strassenkindern. Sie sind ein Vermächtnis von Ceausescus «hohe Geburtenrate-Politik». Die AIDS-Rate unter ihnen ist in Europa die höchste. Wir beten dafür, dass die jungen Menschen in einer sehr echten Art der Liebe von Jesus Christus begegnen.
Besondere Herausforderungen sind die Gemeinschaft der Roma, die Muslime und die südöstlichen Gebiete, in welchen nur 1/4 der Gläubigen des ganzen Landes wohnen. Dort gibt es 7’000 Orte ohne eine evangelikale Gemeinde. Die Muslime sind vor allem Türken Tataren und wenig Bulgaren. Die meisten wohnen in der Provinz Constanta und die Islamisten aus der Türkei sind sehr aktiv unter ihnen. Viele der Roma (Zigeuner) leben in Ghettos und abgesonderten Dörfern. Sie sind verachtet und vergessen. Hunderttausende von ihnen sind in andere europäische Länder geflohen. Die Mission unter ihnen nimmt zu und viele bekehren sich. Einige davon haben mutige Pläne, um ihre Leute zu erreichen.
Christliche Literatur: Seit Jahren war Rumänien abhängig von kostenlosen Schriften und Bibeln, die im Westen gedruckt wurden. Das Land braucht dringend einheimisches Schriftgut! Versuche von deutschen Missionswerken, eine systematische Schriftenmission aufzubauen, sind leider gescheitert. Nun – 15 Jahre nach der Wende – ist es höchste Zeit, mit der Missionierung von Haus zu Haus zu beginnen!

Verteiltage

Herzliche Einladung für die nächsten Verteiltage! Sie finden die stets aktuellen Termine und Kontaktpersonen auf der Verteileinsätze-Übersicht auf dieser Homepage.

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