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CFA-aktuell 197 // Januar 2008

Christus für alle in Bosnien und Herzegowina mit Radovan Trajkovski

Bis zu meinem 45. Lebensjahr war ich ein Atheist und glaubte den Theorien Darwins. Ich lebte «ohne Hoffnung und ohne Gott» in dieser Welt (Epheser 2,12). Der schreckliche Krieg in unserem Land nahm mir die Illusion, dass dieses politische System uns Frieden und Wohlstand bringen könnte. Am Ende des Krieges 1995 hatten wir, meine Familie und ich, nur noch das «nackte» Leben! Am 3. August dieses Jahres hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben die frohe Botschaft. Gottes Wort überzeugte mich und ich nahm Jesus Christus als meinen persönlichen Retter und Herrn an. Nur zwei Monate später war meine ganze Familie «gerettet». Wir öffneten unsere Flüchtlingswohnung für Freunde und Nachbarn und der Herr begann seine Gemeinde zu bauen. Er gab uns eine eigene Wohnung und Räumlichkeiten für die Treffen mit Glaubensgeschwistern und Interessierten. Im Jahr 2000 gab Gott mir den Auftrag, allen Menschen in meinem Land das Evangelium «schriftlich» zu bringen. Seither erleben wir Gottes Hilfe und Treue in besonderer Weise. Immer wieder gibt er uns die nötige Kraft zum Weitermachen. Für alle Ermutigungen und finanzielle Hilfe durch CFA aus der Schweiz danke ich ganz herzlich.
Radovan Trajkovski


Radovan und Blazenka Trajkovski


Der «Erfolg» von sieben Jahren CFA-Arbeit
350’000 Familien haben eine evangelistische Schrift erhalten. Dadurch haben sich 399 Interessierte gemeldet. Es konnten 1’060 Evangelien, 1’700 NT und 136 Bibeln weitergegeben werden. 187 Bibelkurse sind bestellt worden. 6 Personen haben den Kurs abgeschlossen und dadurch Jesus Christus persönlich kennen gelernt.
Diese Zahlen sind nur die sichtbaren Früchte. Wir sind davon überzeugt, dass Gott im Verborgenen noch viel mehr erreicht hat, weil sein Wort nicht leer zurückkommt sondern «bewirkt was Gott will und ausführt was er ihm aufgetragen hat» (Jesaja 55,11).

Die gegenwärtige Situation im Land
Die Folgen des grauenhaften Krieges und der «ethnischen Säuberungen» mit mindestens 250’000 Toten und 400’000 Flüchtlingen sind immer noch sichtbar. Ca. 25 % aller Gebäude sind zerstört und weitere 50 % beschädigt. Überall sieht man Ruinen ohne Menschen und ohne Haustiere. Hier und dort gibt es noch Absperrbänder und Tafeln mit der Aufschrift «Mines Mines Mines» und warnen vor versteckten Minen, die beim Betreten detonieren.
Das Land wurde in drei Kantone aufgeteilt. Es gibt den kroatischen Teil, die serbische Republik und die vorwiegend von Muslimen bewohnte Gegend. Weil sehr viele Familien «gemischt» sind (kroatischer Vater und serbische Mutter, muslimisches Oberhaupt mit mazedonischer Frau usw.) sind diese Grenzen fliessend. Es gibt praktisch keine «ethnisch reine» Gebiete.
Die Wirtschaft ist am Boden, die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 50 %. Die UNO und einige Nichtregierungsorganisationen helfen den Bosniern ein neues Leben aufzubauen. Ausländische Investoren setzen sich ein für neue Arbeitsplätze.

Einige Hintergrundinformationen
Das Land hat ca. 4 Millionen Einwohner. Etwa die Hälfte sind muslimische Bosnier, je 20 % Serben bzw. Kroaten. Der Rest sind vorwiegend Zigeuner. Die Hauptstadt Sarajewo hat ca. 500’000 Bewohner. In BiH gibt es ungefähr 16 % Analphabeten.


Mehr als eine Million Bosnier sind in den Kriegsjahren ins Ausland geflohen und haben dadurch ihre Heimat verloren. Einige dieser Flüchtlinge sind (auch) im Ausland kriminell und leben in Gefängnissen. Ausländermissionen bemühen sich darum, dass diese vertriebenen Menschen mit dem Evangelium erreicht werden.
Die Religionsfreiheit gibt es nur in der Theorie. Die nationalistischen Religionen, Islam (Bosnier), Orthodoxie (Serben) und römisch katholische (Kroaten) stehen sich nach wie vor feindlich gegenüber. Die Protestanten haben einen Anteil von nur ca. 0,1 % der Bevölkerung.
Die evangelischen Kirchen und Gemeinden sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Viele Menschen haben durch den Glauben neue Hoffnung erhalten. In den verschiedenen Gemeinschaften (Adventisten 20, Pfingstgemeinden 18, Baptisten 16, andere 10, Lutheraner 2) loben Angehörige aller Nationen miteinander den einen Gott und seinen Sohn Jesus Christus.
Mehr als 100 ausländische Missionare arbeiten in Hilfswerken, Rehabilitation, Evangelisation und Gemeindebau. Sie müssen sehr feinfühlig mit den hoffnungslosen Menschen umgehen. Viele einheimische Mitarbeiter und Gemeinden können nur dank der «Hilfe aus dem Ausland» für Gott arbeiten. Die Bibelgesellschaft, der Evangeliumsrundfunk, CFA und einige andere Werke leben von Spenden aus aller Welt.


Aktuelle Gebetsanliegen
Die ethnische Vielfalt ist eine grosse Herausforderung, besonders die vielen Moslems. In den christlichen Gemeinden können Angehörige aller Nationen friedlich miteinander umgehen.
Die Regierung kann die verschiedenen Kräfte im Land kaum meistern. Ohne die Hilfe der UNO und einigen Nichtregierungsorganisationen ist es kaum möglich, Frieden und Gerechtigkeit für alle zu schaffen.
Die Religionen geben den Menschen eine falsche Sicherheit und haben kaum einen Einfluss auf das praktische Leben. Sie arbeiten leider in der Regel ohne die verändernde Kraft des Evangeliums.
Die materielle Hilfe ist eine gute Sache und auch nötig. Oft verhindert sie aber das Suchen nach Gott. Auch heute gilt noch «der Mensch lebt nicht von Brot allein».
Die persönliche Beziehung zu Gott kann Menschen wirklich verändern und Hass, Aggression und Trauer in Liebe verwandeln. Durch den Frieden mit Gott und der Kraft des heiligen Geistes werden Menschen neu.
Die evangelischen Gemeinden brauchen eine Sicht für die unerreichten, verlorenen Menschen. Gott kann Mut, Motivation und das Gelingen für evangelistische Aktionen geben.
Der Lebensstil der Gläubigen muss überzeugend sein, damit Menschen nach Gott fragen und offen werden für Gottes Wort. Die Liebe ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen.
Radovan Trajkovski und seine Helfer brauchen unsere Fürbitte, damit sie weiterhin mutig und getrost die Schriftenverteilung im ganzen Land weiterführen – bis zum letzten Haus!
Der VW-Bus mit 9 Sitzplätzen muss geflickt werden, damit mehr Helfer in die abgelegenen Dörfer mitfahren können. Dabei wird am Abend meistens noch der Jesusfilm gezeigt.
Die Bewilligung der Polizei und der Kontakt mit der örtlichen Behörde sind nötig, damit die Einsatzteams ohne Probleme ihren Dienst tun können. Dazu braucht es Gottes Hilfe.
Die Einwohner des Landes sollen im Herzen angesprochen werden und sich öffnen für das Evangelium. Gott kann die Menschen vorbereiten, damit sie den Erlöser Jesus Christus annehmen.

Voranzeigen – bitte reservieren!

Möglichkeiten für jedermann
// 1.–5. Mai
Informationsreise ehemaliges Jugoslawien
Leitung: Daniel Blaser, Missionsleiter, Turbenthal

// 3.–10. Mai
Verteileinsatz Laax im Oberwallis
Leitung: Willy Truninger, Regionalleiter, Faulensee

// 30. August–6. September
Einsatzlager im Kanton Uri
Leitung: Markus Wartenweiler, Regionalleiter, Aeschi

// 13.–20. September
CFA Bibel- und Wanderwoche in Seewis
Leitung: Willy und Silvia Truninger, Faulensee

// 7. November
Freundestreffen in Rämismühle


Einsatzlager für Jugendliche
// 14.–22. Juli
Teenagerlager in Tschechien
Leitung: Beat Kurmann, Burgdorf
Kosten: Fr. 450.– inkl. Reise ab St. Gallen

// 28. Juli–8. August
Missionarischer Einsatz im Balkan
Leitung: Daniel Blaser, Turbenthal
Kosten: Fr. 580.– / 650.– inkl. Reise ab St. Gallen

Herzliche Einladung zur Verteilung!
Die stets aktuellen Termine und Kontaktpersonen der Verteileinsätze findet man auf der Verteileinsätze-Übersicht auf dieser Homepage.

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